Die Stadt Erfurt in Thüringen (ca. 205.000 Einwohner) möchte den Fußverkehr systematischer fördern. Folgende sechs Fragestellungen sind möglicherweise auch für andere Städte in Deutschland von Interesse:

Am Ende finden Sie die Quellenangabe.

Welches waren die zentralen Gründe und sind die Ziele für die Initiative?

Durch eine sehr großflächige „Begegnungszone Innenstadt“ soll der zentrale Bereich der Innenstadt mit der Altstadt und seinem städtebaulich attraktiven Umfeld einen hochwertigen Charakter bekommen. Im Fokus sind die Sicherheit und die Ermöglichung des Zu-Fuß-Gehens und die Aufenthaltsfunktionen. Die wesentlichen innenstadtbezogenen Ziele lauten:

  • Erhalt und Schutz der historischen Innenstadtbereiche,
  • Stärkung und Funktion des Stadtzentrums als Handels- und Dienstleistungsstandort,
  • Priorität des ÖPNV bei der Erschließung der Innenstadt,
  • Flächenhafte Priorität des Fußgängerverkehrs in der Innenstadt,
  • Flächenhafte Verkehrsberuhigung der Innenstadt,
  • Freihalten von Straßenräumen in der historischen Innenstadt vom ruhenden Kraftfahrzeugverkehr,
  • kurze Wege im Fußgängerverkehr sowie
  • Sicherung der Überquerbarkeit von Hauptverkehrsstraßen, Straßenbahn- und Eisenbahntrassen (1)

Gibt es einen Durchführungs-Beschluss?

Die verschiedenen Zielkonzepte (Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV,...) greifen häufig ineinander und können parallel umgesetzt werden. Es erfolgte

  • eine Beschlussfassung zur Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans, Teil Innenstadt (mit Wirtschaftsverkehr) und
  • die Ausschreibung und Auftragsvergabe zur Fortschreibung des Parkraumbewirtschaftungskonzeptes Innenstadt mit flankierenden Maßnahmen im gesamtstädtischen Kontext sowie die Durchführung der Analyse und Bilanzierung von Parkraumangebot und-nachfrage in der Innenstadt als Grundlage für die weiteren Teilschritte zur möglichst kurzfristigen Umsetzung der Begegnungszone.

Wie sehen die konkreten Handlungsanweisungen aus?

  • Umsetzung der „Begegnungszone Innenstadt“ durch Ausweisung mittels Beschilderung sowie Realisierung der flankierend erforderlichen Maßnahmen in den Bereichen MIV-Erschließung/Verkehrszellen, Parken sowie Wirtschaftsverkehr .
  • Anordnung der nicht als Fußgängerbereich ausgewiesenen Straßen (-abschnitte) innerhalb der Begegnungszone als Verkehrsberuhigter Bereich, kurzfristig durch Kennzeichnung der Einfahrtsbereiche, langfristig ggf. auch mit Anpassung der Straßenraumgestaltung unter Berücksichtigung stadtgestalterischer, stadthistorischer bzw. Aspekte des Denkmalschutzes.
  • Überprüfung weiterer Abschnitte von Straßen, Gassen und Plätzen innerhalb der Begegnungszone im Hinblick auf die Frage, ob sie straßenverkehrsrechtlich als Fußgängerbereich (ggf. mit erforderlichen Ausnahmen für ÖPNV, Radverkehr, Lieferverkehr und Grundstückszufahrten) ausgewiesen und entsprechend umgestaltet werden können.(2)

Quellen und Anmerkungen:

  1. Die Informationen wurden dem Verkehrsentwicklungsplan Erfurt Teil Innenstadt mit Wirtschaftsverkehr Kapitel 3 entnommen
  2. ebd., Kapitel 4.6.1, F1 bis F3

Die Beschreibung der Aktivitäten zur strategischen Förderung des Fußverkehrs in der Stadt Erfurt erfolgte Ende des Jahres 2016. Aktuelle Informationen entnehmen Sie bitte der Website der Stadt.