Moers ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen mit einer Einwohnerzahl von ca. 104.000. Die Stadt liegt im Kreis Wesel und gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf.

Die Stadt Moers hat den Textvorschlag aufgrund ihres Bewerbungsschreibens als Modellstadt für das Projekt „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien“ noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

Zur Webseite der Stadt: www.moers.de

Die Stadt Mörfelden-Walldorf liegt im Kreis Groß Gerau in Hessen und zählt ca. 34.000 Einwohner. Angelehnt an die Ergebnisse der Untersuchung „Mobilität in Deutschland 2008 – Hessen“ für Gemeinden im „Agglomerationsraum“ und „Gemeindegrößenklasse[n] 20.000 bis unter 500.000 Einwohner“ beträgt der Fußwegeanteil im Modal-Split für Mörfelden-Walldorf ca. 24%.

„Die integrierte Verkehrsplanung in... [der] Stadt setzt sich aus verschiedenen Teilplänen und Einzelmaßnahmen zusammen.“ Zum einen erarbeitet die Stadt seit 1993 für jede Grundschule einen aktuellen Schulwegplan, sodass Schulwege regelmäßig auf notwendige bauliche Veränderungen überprüft und zeitnah verbessert werden können.

Mörfelden-Walldorf hat außerdem an einem Projekt zur Stärkung der Nahmobilität im Umfeld von Verkehrsstationen mit dem rmv (Rhein Main Verkehrsbund) als Modellstadt teilgenommen. Die daraus entwickelten Maßnahmen für den Rad- und Fußverkehr „wurde[n] bereits realisiert bzw. werden nach wie vor verfolgt“.

„Weiterhin [ist die Stadt] …sehr stolz in den letzten zwei Jahren eine gesonderte Beschilderung für die Fußgänger im Stadtgebiet installiert zu haben, welche neben der Richtung auch die Entfernungen zu lokalen Zielen angibt.“

Auch wird „[d]as Thema Barrierefreiheit durch bauliche Maßnahmen im öffentlichen Raum sowie durch die Erarbeitung von gesicherten Daten im Rahmen des Projektes `MobileMenschen' der ivm (integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain) verfolgt.“

Da sich die bisherige Planung für den Fußverkehr „auf die Themenbereiche Schulwege und Barrierefreiheit sowie objektbezogene Planungen“ beschränken, ist die Stadt an einer gesonderten Betrachtung der einzelnen Verkehrsarten, soweit es finanziell und zeitlich möglich ist, sehr interessiert.

Quelle:
Schreiben des Stadtplanungs- und Bauamtes, i.A. Carolin Wächter vom 26.08.2016

Zur Webseite der Stadt: www.moerfelden-walldorf.de

Die Stadt Minden in Nordrhein-Westfalen gehört der Region Ostwestfalen-Lippe an und hat eine Einwohnerzahl von ca. 84.000. Derzeit beträgt der Fuß­wege­an­teil im Modal-Split noch 13 Prozent. In dem 2016 aufgestellten Masterplan nachhaltige Mobilität Minden hat die Stadt Minden die Zielsetzung formuliert, den Fußwegeanteil bis zum Jahr 2030 auf 16 Prozent zu erhöhen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurden zahlreiche Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs“ entwickelt. Dabei soll das Fußverkehrsnetz, bestehend aus „Alltags- und Freizeitrouten“ optimiert sowie Defizite ausgewählter Straßenzüge beseitigt werden. Zudem wurde ein Barriereatlas für den Innenstadtbereich erarbeitet, um Handlungsbedarfe für den Fußverkehr aufzuzeigen. Viele der dort erarbeiteten Lösungsansätze lassen sich auch auf Fußverkehrsanlagen außerhalb des Innenstadtbereiches übertragen.

Für mehrere der eher ländlich geprägten Stadtteile wurden Dorfentwicklungskonzepte aufgestellt, die sich unter anderem mit den Belangen des Fußverkehrs auseinandersetzen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.

Ein strategisches Oberziel der Stadt Minden ist, Siedlungsraum im Sinne der Stadt der kurzen Wege kompakt zu entwickeln. Um diesem Ziel gerecht zu werden, wird bereits seit vielen Jahren bei der Aufstellung von neuen Bebauungsplänen darauf geachtet, dass fußläufige Wegeverbindungen eingeplant werden. Zukünftig möchte die Stadt Minden vorhandene Ansätze für die Fußverkehrsentwicklung optimieren und eine Strategie für weitere Planungen und insbesondere für die Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmenpakete entwickeln.

Quelle:
Schreiben der Abt. Verkehrsplanung, i.A. Petra Rehling, vom 30.03.2017

Zur Webseite der Stadt: www.minden.de

Wir freuen uns, dass Mainz zur Modellstadt des Projektes „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ ausgewählt wurde und bieten an dieser Stelle erste Informationen zur Stadt:

sowie zu den geplanten und durchgeführten Projektaktivitäten:

 

Kurzvorstellung der Stadt

Ampel mit Mainzelmännchen rot/grün
An einigen Ampeln in Mainz zu finden: Mainzelmännchen statt Ampelmännchen (Foto: Bertram Weisshaar, FUSS e.V.; Fotomontage)

Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz liegt mit rund 214.000 Einwohnern in der dicht besiedelten Metropol­region Frankfurt/Rhein-Main und ist eines der fünf regionalen Oberzentren. Mainz ist sowohl durch den Schienenfernverkehr als auch durch die Autobahnen A60, A63 und A 643 erreichbar.(1) Die Stadt hat ihre Wurzeln in der römischen Gründung des Legionslagers „Mogontiacum“ (ein sogenanntes Castrum) vor rund 2000 Jahren. Einzelne bauliche Überreste aus dieser Zeit können heute dank Aus­grabungen wieder betrachtet werden, wie beispielsweise das römische Bühnentheater südlich des Mainzer Zentrums. Im 18. Jahrhundert erlangte Mainz die Funktion als kurfürstliche Residenz- und Hauptstadt, als Erzbischofssitz, Universitäts- und Festungsstadt, womit ihr im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation eine führende Rolle zukam.(2)

Laut einer Haushaltsbefragung von 2016 besitzen von den befragten Haushalten 23 Prozent kein Auto, 77 Prozent mindestens ein Kfz.(3) Etwa 50 Prozent der Haushalte besitzen ein Fahrrad,, gleichzeitig besitzen nur 20 Prozent ein ÖPNV-Zeitticket. Knapp 70 Prozent aller Wege im Binnenverkehr werden mit dem Umweltverbund zurückgelegt, gleichermaßen dominiert der Kfz-Verkehr im Quell-/Zielverkehr.(4) Die häufigsten Wegzwecke sind der Arbeitsweg (28,6 Prozent), der Weg zur Ausbildung (14,9 Prozent), Freizeitwege (12,6 Prozent) und Einkaufen (9,4 Prozent). Die Mainzer Innenstadt ist zum Großteil Fußgängerzone. Dennoch ist der Anteil des Fußverkehr am Binnenverkehr, der 2008 noch bei etwa 34 % lag, bis 2016 auf ca. 26 % gesunken (zugleich Anstieg des Radverkehrs um ca. 8 % und des ÖPNV um 3 %).(5)

In Mainz werden regelmäßig die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten. Hauptverursachend für die innerstädtische Luftverschmutzung ist der motorisierte Individualverkehr (MIV). Als Reaktion darauf erstellt die Stadt Mainz seit 2005 regelmäßig Luftreinhaltepläne mit dem Ziel einer Verkehrsverlagerung von MIV auf ÖPNV und emissionsarmen Nahverkehr. Der verkehrsbezogene Klimaschutz ist im Masterplan M³ zu einer vorrangigen Aufgabe erklärt worden.(1)

Regionale Planungsgrundlagen

Im Landesentwicklungsprogramm Rheinland-Pfalz werden Kommunen aufgefordert, Klimaschutzkonzepte zu entwickeln. Die 4. Fortschreibung des Luftreinhalteplans Main 2016-2020 beinhaltet Maßnahmen zur Emissionssenkung und ist eine Grundlage für den Masterplan 100% Klimaschutz. Dennoch fehlt derzeit ein Verkehrsentwicklungsplan bzw. Mobilitätskonzept, das sich insbesondere mit dem Fußverkehr beschäftigt.(6) Im Nahverkehrsplan Mainz 2019-2023 wird eine weitere Verlagerung des MIV auf den Umweltverbund angestrebt, indem intermodale Wegketten entstehen sollen, die gleichzeitig Schadstoff- und Lärmemissionen mindern.

Fußverkehr in den konzeptionellen Planungen der Stadt

Hinweisschild auf Fußgänger für rechtsabbiegende Kfz
Zeichen der Verkehrssicherheit: In Mainz werden Rechtsabbiegende an einigen Kreuzungen auf querende Fußgänger*innen hingewiesen (Foto: Bertram Weisshaar, FUSS e.V.)

Die Stadt Mainz verfolgt derzeit fünf Handlungsstränge:

  1. Zum einen wurden/werden Konzepte der Nahmobilität im Luftreinhalteplan, Lärmaktionsplan sowie Klimaschutzkonzept integriert.
  2. Für die systematische Umgestaltung des öffentlichen Raumes wurden entsprechende Vorgaben getroffen, wie z.B. die Erarbeitung von Datenblättern oder die Einrichtung eines regelmäßigen Arbeitskreises Barrierefreiheit.
  3. Derzeit wird die Schulwegesicherheit an Grundschulen systematisch bewertet und umfassende Lösungsvorschläge erarbeitet. Dies reicht von baulichen Umgestaltungen bis hin zu schulischem Mobilitätsmanagement.
  4. In konkreten Umsetzungsprojekten (z.B. Umbau der stark frequentierten Innenstadtstraßen Große Langgasse und Bahnhofstraße) wird der Gestaltungsfokus auf den Fußverkehr gelegt.
  5. Durch gezielte Stärkung der Innenstadt sowie der Ortskerne der Mainzer Stadtteile („Zentrenkonzept“) wird Mainz als Stadt der kurzen Wege gestärkt. Eine fußläufige Nahversorgung soll überall im Stadtgebiet gegeben sein.(7)

Dabei unterscheidet die Stadt zwischen der zeitlichen Umsetzbarkeit von Zielen.(8)

Sofortige und Kurzfristige Ziele:

  • schnelle Reduktion von Schadstoffemissionen zum Schutze der Bürger*innen
  • Digitalisierung des Verkehrs (Datenerhebung, Vernetzung der Verkehrssysteme, umweltsensibles netzadaptives Verkehrssystem)
  • Stärkung des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr)

Mittel- und langfristige Ziele:

  • Reduktion Luft- und Lärmbelastung (Sofortprogramm saubere Luft 2017-2020)
  • Vorbildstadt für E-Mobilität
  • Erfüllen des Masterplans 100% Klimaschutz

Projektverlauf

Teilnehmende am Fußverkehrs-Check in Mainz
Öffentlicher Fußverkehrs-Check in Mainz (Foto: Ilona Hartmann, SWR)

Die Projektaktivitäten in Mainz haben am 11. Juni 2019 mit einem Vorgespräch bei der Stadtverwaltung und anschließendem Rundgang durch die Stadt begonnen. Im Anschluss haben wir einen Fach-Fußverkehrs-Check durchgeführt.
Am 14. Oktober 2019 fand ein öffentlicher Fußverkehrs-Check in Mainz statt. Es berichteten dazu u.a. das SWR Fernsehen RP in SWR aktuell (Ausgabe vom 14.10.2019, 19:30 Uhr), die Allgemeine Zeitung und WELT.
Des Weiteren nahmen rund 17 Teilnehmende aus Verwaltung, Verbänden, und Interessenvertretungen an einem Fußverkehrs-Workshop am 5. November 2019 in Stadthaus teil.
Die Ergebnisse der Checks und des Workshops werden derzeit dokumentiert.
Das Abschlussgespräch mit der Stadtverwaltung ist im ersten Quartal 2020 geplant.

Die Ergebnisse zu den Projektveranstaltungen in Mainz werden im Laufe des Projekts an dieser Stelle bereitgestellt.

Informationen zum Fußverkehr in Mainz finden Sie auch auf der Webseite der Stadt: www.mainz.de/fuss

Stand: 02.12.2019

 

Quellen

  1. Landeshauptstadt Mainz (2018): Green City Plan Mainz Masterplan M³. https://www.mainz.de/medien/internet/downloads/M3_Masterplan_Mainz_Hauptdokument_mit_Deckblatt.pdf, S. 1f
  2. Webseite der Stadt Mainz, Stadtgeschichte, abgerufen am 29.07.2019 unter: https://www.mainz.de/kultur-und-wissenschaft/stadtgeschichte/stadtgeschichte.php?p=36752,36650,59177,43066
  3. Ingenieurbüro Helmert (2016): Mobilitätsbefragung. https://www.mainz.de/medien/internet/downloads/Mobilit_tsbefragung_Kurzbericht.pdf, S. 9f
  4. Ebd., S. 11f
  5. Ebd., S. 22f
  6. Landeshauptstadt Mainz (2018): Green City Plan Mainz Masterplan M³. https://www.mainz.de/medien/internet/downloads/M3_Masterplan_Mainz_Hauptdokument_mit_Deckblatt.pdf, S. 8f
  7. Stadtverwaltung Mainz, Schreiben vom 04.10.2016
  8. Landeshauptstadt Mainz (2018): Green City Plan Mainz Masterplan M³. https://www.mainz.de/medien/internet/downloads/M3_Masterplan_Mainz_Hauptdokument_mit_Deckblatt.pdf, S. 30f

 

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