Die Stadt Weimar zählt ca. 66.000 Einwohner und liegt in Thüringen. Ihr Fußwegeanteil im Modal-Split betrug im Jahr 2008 28%. Weimar ist eine beliebte Stadt bei Fußgängern, denn die Innenstadt ist sehr kompakt und die touristischen Ziele sind nur unweit voneinander entfernt.

Obwohl Fußgänger eine wichtige Bedeutung für die Stadt haben, gibt es „(noch) kein eigenständiges Fußverkehrskonzept“. Bisher enthält lediglich der im Jahr 2008 fortgeschriebene Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Weimar einen eigenständigen Teil zum Thema Fußverkehr. Weitere Projekte, die den Fußverkehr einbeziehen, sind der „Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, die „Spielraumleitplanung“ sowie eine „Studie zum Schulweg der Schulanfänger“.

Eine hohe Bedeutung für den Fußverkehr hat die Achse vom Bahnhof Weimar bis zum Goetheplatz und zur angrenzenden Fußgängerzone. Auf dieser Achse befinden sich mehrere Museen und andere Sehenswürdigkeiten. Diese könnte unter gewissen Gesichtspunkten des Fußverkehrs, z.B. Oberflächen und Denkmalschutz, beleuchtet sowie einem Fußverkehrscheck unterzogen werden.

Quelle:
Schreiben der Stadtverwaltung Weimar, Stadtentwicklungsamt, Abt. Stadtplanung, Erhard Dunkel vom 22.08.2016 / Ergänzung vom 01.02.2017

Zur Webseite der Stadt: www.weimar.de

Die älteste Stadt Deutschlands im Westen des Landes Rheinland-Pfalz zählt ca. 114.000 Einwohner und hat im Modal-Split einen Fußwegeanteil von 20% (2005).

Im Rahmen des im Jahr 2013 einstimmig vom Stadtrat beschlossenen Verkehrsentwicklungsplans „Mobilitätskonzept Trier 2025“ (Moko) ist der Fußverkehr ein zentraler, mit den anderen Verkehrsträgern gleichberechtigter Baustein.

Die darin enthaltenen Ziele bestehen aus allgemein formulierten Vorgaben, zur sozialen Sicherheit und Barrierefreiheit sowie der Festlegung künftiger Standards, wie z.B. Mindestbreiten und -zeiten (an Ampeln). Hinzu kommt eine Vielzahl an konkreten Einzelmaßnahmen, wie z.B. zahlreiche Verbesserungen von (Straßen-) Querungen inklusive dem Ersatz von Unterführungen durch ebenerdige Straßenquerungen, die Aufwertung von Plätzen und Straßenzügen sowie Maßnahmen zur Freistellung oder Freihaltung von Fußgängerbereichen vom ruhenden Verkehr und ein umfassender Katalog an Maßnahmen des Mobilitätsmanagements.

Grundsätzlich werden laut Aussage des Sachgebietsleiters konzeptionelle Verkehrsplanung im Stadtplanungsamt Trier bei allen Planungen prinzipiell die spezifischen Belange der Fußgängerinnen und Fußgänger mitberücksichtigt. Dies sei insbesondere über die Ziele des Moko gewährleistet, von denen nur unter expliziter Begründung im Einzelfall abgewichen werden darf.

Ein konkretisierendes Konzept, wie die Ziele im Bereich des Fußverkehrs sukzessive umgesetzt werden, gibt es derzeit (noch) nicht. Mit Umsetzung der Maßnahmen des Radverkehrskonzeptes werden jedoch auch viele Verbesserungen für den Fußverkehr realisiert. Zudem werden im Zuge ohnehin anstehender Maßnahmen immer auch die Belange des Fußverkehrs gemäß der Zielvorgaben des Moko mit umgesetzt (Bsp.: der Austausch Steuergeräte an Lichtsignalanlagen führt immer auch zu einer Überprüfung der Freigabezeiten für Fußgänger).

Besonderes Interesse hat die Stadt an „konkreten baulichen und ggf. signaltechnischen Lösungen an Kreuzungen/Einmündungen bzw. Konfliktzonen zu übrigen Verkehrsteilnehmern“. Dazu gäbe es im Stadtgebiet auch ausreichende Praxisbeispiele mit Verbesserungspotenzial, wie z.B. den Trierer Alleenring, der die Innenstadt umschließt. Dieser stellt aufgrund seiner hohen Nutzungsintensität u.a. für Fußgänger eine große Barriere dar, bietet aber auch große Potenziale für eine attraktive fußläufige Verzahnung der umliegenden Wohnstadtteile mit der zentralen Innenstadt.

Quelle:
Schreiben des Sachgebietsleiters konzeptionelle Verkehrsplanung, i.A. Wilko Kannenberg vom 28.07.2016 / Ergänzung vom 08.02.2017

Zur Webseite der Stadt: www.trier.de

Sundern ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen im Hochsauerland und hat knapp 29.000 Einwohner. In Anlehnung an die Ergebnisse der Modal-Split-Erhebung der Nachbarstadt Arnsberg beträgt der Fußwegeanteil der Stadt schätzungsweise 18%.

„Die Lage Sunderns im dispers besiedelten Sauerland... [sowie] das Fehlen attraktiver Mobilitätsangebote in anderen Bereichen [hat] bislang dazu geführt, dass dem [motorisierten Individualverkehr] sowohl in der Planung als auch in der Realität meist ein Vorrang eingeräumt wurde...Einerseits ist das Auto im Sauerland für viele Menschen nach wie vor DAS Fortbewegungsmittel. Dies ändert sich nur langsam...Das Umdenken bzw. die erforderliche Berücksichtigung der im Mobilitätssektor aber auch in der Bevölkerungsstruktur anstehenden gravierenden Veränderungen ist ein oftmals zäher und langsamer Prozess – sowohl im politischen als auch im Verwaltungshandeln.

Doch gerade dem Fußverkehr wird auch in ländlichen Regionen eine größere Bedeutung zukommen. „Bislang sind in Sundern [jedoch] noch keine strategischen Ansätze zum Thema ´Fußverkehr´ in der Verkehrs- oder Stadtplanung vorhanden. Zwar werden bei aktuellen Planungen das Thema ´Barrierefreiheit´ sowie die Belange der Fußgänger und Radfahrer bezogen auf die konkrete Planung bedacht. Es fehlt allerdings an einer einheitlichen und integrierten strategischen Herangehensweise… Derzeit wird das Thema in Sundern im Zuge der geplanten Fortentwicklung und Umstrukturierung der Innenstadt ´mitgedacht´.“

Ziel der Stadt Sundern ist es, die Wahrnehmung des Themas Fußverkehr nach Innen und nach Außen positiv zu verändern und zu vermarkten.

Quelle:
Schreiben des Fachereichs Stadtentwicklung und öffentliche Infrastruktur, Abt. Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung und Umwelt, Lars Ohlig vom 03.08.2016

Zur Webseite der Stadt: www.sundern.de

Schloß Holte-Stukenbrock ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen mit einer Einwohnerzahl von ca. 26.000 und einem Fußwegeanteil von 8%.

Bei der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock wird die Förderung des Fuß- und Radverkehrs bereits in unterschiedlichen Konzepten und Maßnahmen umgesetzt.

Seit 2008 nimmt die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock an dem Wettbewerb "European Energy Award" (EEA)teil. Im Jahr 2010 erhielt die Stadt den EEA in Silber, ein europaweites Gütesiegel für energiebewusste Kommunen. In diesem Rahmen ergeben sich Maßnahmen insbesondere zur Energieoptimierung an den Gebäuden. Im Bereich Mobilität wurden bisher 60% der möglichen Erfolge erreicht.

Im Juni 2011 hatte der Rat der Stadt beschlossen, ein integriertes Stadt- und Verkehrsentwicklungskonzept(ISVEK) erarbeiten zu lassen und legte damit einen Fokus der zukünftigen Arbeiten im Klimaschutz auf den Bereich der Mobilität. Ziel war es, eine langfristige Entscheidungsgrundlage und Orientierungshilfe für die zukünftige städtebauliche und verkehrliche Entwicklung der Stadt zu schaffen. Besonderer Schwerpunkt wird auf die Stärkung des ÖPNV und die Förderung des Fuß- und Radverkehrs gesetzt.

Im Rahmen dieser beiden Konzepte wurde der Bestand des Fuß- und Radverkehrsnetzes zusammen getragen und anschließend beurteilt. Beim Fußverkehr zeigte sich, dass er aufgrund der oftmals zu geringen Gehwegbreiten und den Konflikten mit dem Radverkehr beeinträchtigt wird. Der Fußverkehrsanteil in Schloß Holte-Stukenbrock liegt bereits bei 8 %. Das heißt, dass lediglich etwa jeder zwölfte Weg zu Fuß zurückgelegt wird.

Die Stadtverwaltung hat im Jahr 2015 ein Planungsbüro mit der Erstellung eines klimafreundlichen Mobilitätskonzeptes für den Fuß- und Radfahrverkehr beauftragt.

Im Rahmen des „klimafreundlichen Mobilitätskonzept für den Fuß- und Radverkehr in Schloß Holte-Stukenbrock“ wurde die bestehenden Situationen analysiert und Maßnahmen entwickelt, die die Förderung des Fuß- und Radverkehrs weiter verstetigen und zu einer Steigerung der Anteile der umweltfreudlichen Verkehrsmittel Fuß- und Radverkehr beitragen. Der Fokus wird insbesondere auf die Verlagerung von alltäglichen Wegen gelegt werden – also auf Schüler-, Pendler-, Einkaufswege, etc.

Neben konkreten Maßnahmen, die speziell den Fußverkehr ansprechen und insbesondere den Umbau/ Bau von Infrastrukturen vorsehen, gibt es auch übergeordnete Maßnahmen, die zur Umsetzung einer klimafreundlichen Mobilität dienen und sowohl den Fußverkehr als auch den Radverkehr fördern.

Mit Umsetzung der entwickelten Maßnahmen ist eine Fußverkehrsstrategie auch fester Bestandteil einer integrierten Verkehrsplanung in Schloß Holte-Stukenbrock.

Die Stadt möchte die Weiterentwicklung einer strategischen Förderung des Fußverkehrs, unter anderem, gern im Rahmen des Projektes als Modellstadt weiter voranbringen.

Quelle:
Schreiben der Stadtverwaltung FB 7 – Tiefbau und Umwelt, Melanie Becker vom 26.07.2016

Zur Webseite der Stadt: www.schlossholtestukenbrock.de/

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