Wir freuen uns, dass Frankfurt (Oder) als Modellstadt am Projekt „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ teilnimmt und bieten an dieser Stelle erste Informationen

 

Kurzvorstellung der Stadt

[Dieser Beitrag befindet sich derzeit in der Erarbeitung.]

 

Projektverlauf

An dieser Stelle möchten wir Sie über den Projektverlauf in der Stadt Frankfurt (Oder) informieren und Sie dazu auf dem Laufenden halten.

Das Projekt „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ wird in Frankfurt (Oder) voraussichtlich im Jahr 2019 starten. Weitere Informationen folgen demnächst.

 

Die Stadt Boston, Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts an der Ostküste der USA, hat einen umfangreichen Plan zur Verbesserung der öffentlichen Räume beschlossen. Hier werden nur ausschnittsweise die Handlungsanweisungen zur besseren Nutzung der Gehwege betrachtet. Folgende drei Fragestellungen waren für einen Handlungsleitfaden für kommunale Fußverkehrsstrategien auch in Deutschland von Interesse:

Am Ende finden Sie die Quellenangabe.

Welches waren die zentralen Gründe und sind die Ziele für die Initiative?

Oberstes Ziel ist die Schaffung eines modernen, nachhaltigen Verkehrskonzepts.

Gibt es einen Durchführungs-Beschluss?

Das Konzept bzw. der Leitfaden „Complete Streets“ wurde vom Boston Transportation Department veröffentlicht.

Wie sehen die konkreten Handlungsanweisungen aus?

Folgendes ist lediglich ein kleiner Auszug aus den Handlungsanweisungen "Chapter 2 Sidewalks" des Gesamtverkehrskonzepts „Boston's Complete Streets“:

  • Die Gehwege sollen für alle zugänglich sein.
  • Die Gehwege sollen bei jedem Wetter zugänglich sein (Stauraum für Winterzubehör, Neigung des Weges, damit der Regen abfließt, Schatten spendende Bäume, überdachte Bushaltestellen).
  • Die Umgebung soll lebendig sein (Sitzgelegenheiten, Beschilderung, Cafés, öffentliche Kunst).
  • Es muss einen funktionierenden Regenwasserabfluss geben (Bepflanzung, durchlässiges Pflaster, regelmäßige Wartung).
  • Die Gehwege sollen wartungsfreundlich sein (nachhaltige Baustoffe, Wartungsverantwortlichkeit festlegen).
  • Es soll in Zukunft „intelligente Systeme“ auf den Gehwegen geben („smart tags“ für Radiofrequenzen oder Barcodes).
  • Die Technologie auf den Gehwegen soll effizient sein und sich in das Straßengesamtbild eingliedern (LED Straßenlaternen, solarbetriebene Müllpresse).
  • Es sollen zahlreiche Grünflächen vorhanden sein.

Quellen und Anmerkungen:

Boston Transportation Department: "Boston's Complete Streets" (2014)

Die Beschreibung der Planung in der Stadt Boston und damit verbunden die Übersetzung des Dokumentes erfolgten Ende 2016.

Die Stadt Bern in der Schweiz will die Förderung des Fußverkehrs konkret anpacken.(1)
Folgende fünf Fragestellungen waren für einen Handlungsleitfaden für kommunale Fußverkehrsstrategien auch in Deutschland von Interesse:

Am Ende finden Sie die Quellenangabe.

Welches waren die zentralen Gründe und sind die Ziele für die Initiative?

Da Bern die Stadt der kurzen Wege ist, werden viele Wege zu Fuß zurückgelegt, somit sollen Berns Wege und Plätze zum Promenieren und gemütlichen Verweilen einladen. Das übergeordnete Ziel der Stadt Bern ist es, gezielt die Mobilität der Teilnehmenden des Fußverkehrs als stadtgerechte und umweltfreundliche Fortbewegungsart zu etablieren.

Teilziele für das Fusswegnetz

Ausgehend von diesem übergeordneten Ziel werden die folgenden Teilziele für das Fusswegnetz angestrebt:

  • Das Fusswegnetz ist in Bezug auf verschiedene Gefahren objektiv und subjektiv sicher. Bestehende Schwachstellen in Bezug auf die Sicherheit werden behoben.
  • Das Fusswegnetz verfügt über ausreichende Kapazitäten (z.B. im Umfeld von Bahnhöfen oder der Innenstadt).
  • Das Fusswegnetz ist für alle Altersgruppen hindernisfrei und attraktiv gestaltet. Auch dessen Umfeld ist zu berücksichtigen.
  • Das Fusswegnetz verbindet möglichst direkt Orte und Plätze in der Stadt Bern, die von hohem Interesse für Wohn- und Arbeitsbevölkerung sind. Öffentliche Nutzungen (z.B. Einkauf, Dienstleistungen und Sport) sind schnell und sicher zu erreichen. Bestehende Lücken im Fusswegnetz werden behoben.
  • Das Fusswegnetz entspricht den Anforderungen unterschiedlicher Nutzungen (z.B. für den Schulweg, den Arbeitsweg oder für die Freizeit) und weist dementsprechend unterschiedliche Funktionen auf.
  • Das Fusswegnetz ist mittels der Planung, Projektierung und Realisierung von Maßnahmen kontinuierlich zu verbessern. Betriebs- und Unterhaltsarbeiten garantieren attraktive Fusswege.“(2)

Gibt es einen Durchführungs-Beschluss?

Bisher wurde der Richtplan Fußverkehr erstellt und soll bis zum Sommer 2017 überarbeitet werden, sodass dann schließlich ein Beschluss vom Gemeinderat der Stadt Bern gefasst werden kann sowie die Genehmigung vom Kanton eingeholt werden soll.

Wie sehen die konkreten Handlungsanweisungen aus?

Die Stadt hat sich sehr konkrete Punkte vorgenommen:

  • Fußgängerzone Innenstadt: Innerhalb eines Projekts wird geprüft, ob die „Fußgängerzone Innenstadt“ umsetzbar ist.
  • Fuß- und Veloverkehrsverbindung Breitenrain – Länggasse: Es soll eine Fuß- und Velobrücke entstehen, die die beiden Stadtteile miteinander verbindet, sodass eine wichtige Lücke im Fuß- und Velonetz geschlossen wird.
  • Querungsmöglichkeiten Eigerplatz: Im Rahmen der Neugestaltung des Platzes werden die Querungsmöglichkeiten für den Fußverkehr verbessert und weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit getroffen.
  • Burgernziel: Die Sicherheit für den Fußverkehr soll verbessert werden. Durch bestimmte Lenkungsmaßnahmen (z.B. eine Ampelanlage) soll das sichere Queren der Straße ermöglicht werden.
  • Langsamverkehrsverbindung Europaplatz – Weyermannshaus Ost: Zwischen diesen beiden Gebieten soll eine neue Fußwegverbindung entstehen. Ein Teil davon ist die Langsamverkehrspasserelle im Rahmen eines Projektwettbewerbs.
  • Fusswegverbindung Bümpliz Nord: Die Fusswegverbindung zwischen Fellergut und Tscharnergut soll attraktiver gestaltet werden. Auch der Bahnhof Bümpliz Nord soll erschlossen werden und die zum Teil unterirdisch verlaufenden Wege sollen möglichst hell, sicher und attraktiv gestaltet werden.

Ist eine Bürgerbeteiligung vorgesehen?

Bisher noch nicht umgesetzte Maßnahmen bzw. neue Maßnahmen werden nach der öffentlichen Mitwirkung aus der Bevölkerung von der städtischen Verwaltung und Fussverkehr Bern geprüft und priorisiert. Die Schlüsselprojekte wurden durch die Rückmeldung der städtischen Verwaltung und Fussverkehr Bern sowie nach öffentlicher Mitwirkung aus der Bevölkerung und den Quartiersvereinen definiert und mit höchstem Handlungsbedarf festgelegt.

Wie soll das Projekt umgesetzt werden?

„Die Realisierung der Massnahmen erfolgt schrittweise, kontinuierlich und nach Prioritäten gegliedert. Die Planung, Projektierung und Realisierung sowie der Betrieb und Unterhalt von Fusswegen erfolgt unter Berücksichtigung angehender Instandsetzungs- oder Erneuerungsmassnahmen sowie anderer geplanter Infrastrukturmassnahmen der Stadt Bern. Die Wege und Anlagen des Fussverkehrs sind in regelmässigen Abständen auf ihre Schwachstellen und den Zustand der Bausubstanz zu prüfen und bei bedarf in Stand zu setzen. Der Winterdienst ist für de Fussverkehr wichtig. Befestigte Fusswege werden unter der Berücksichtigung der Wegkategorie und der Verhältnismässigkeit auch im Winter in der Regel nicht unterhalten. Die genaue Handhabung des Betriebs und des Unterhalts sind in den entsprechenden Dokumenten des Tiefbauamtes und von Stadtgrün Bern geregelt.“(3)

Quellen und Anmerkungen:

  1. Stadt Bern, Direktion für Tiefbau Verkehr und Stadtgrün: „Fussverkehr in der Stadt Bern – Richtplanung und weitere Förderstrategien“.
  2. Stadt Bern, Direktion für Tiefbau Verkehr und Stadtgrün: Richtplan Fussverkehr (2016), Seite 10
  3. Ebd., Seiten 12 und 13.

Die Beschreibung der Aktivitäten zur strategischen Förderung des Fußverkehrs in der Stadt Bern erfolgte Ende 2016.

Die Stadt Chicago am Michigansee, Stadt im Bundesstaat Illiois, möchte über ihren thematisch sehr umfassenden „Pedestrian Plan“ zur fußgängerfreundlichsten Stadt der USA werden. Folgende sechs Fragestellungen waren für einen Handlungsleitfaden für kommunale Fußverkehrsstrategien auch in Deutschland von Interesse:

Am Ende finden Sie die Quellenangabe.

Welches waren die zentralen Gründe und sind die Ziele für die Initiative?

In Anbetracht der Tatsache, dass in Chicago doppelt so viele Fußgänger angefahren und getötet wurden wie im Durchschnitt in den USA und die Stadt einen überproportional hohen Anteil an adipösen Kindern hat, soll Chicago die sicherste Stadt für Fußgänger und überhaupt die fußgängerfreundlichste Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika werden. Außerdem wird eine Verbesserung des gesamten Straßenumfeldes angestrebt sowie die Eliminierung der tödlichen Fußgängerunfälle innerhalb von 10 Jahren. Innerhalb dieses Zeitraums sollen ebenfalls die Unfälle mit schwerverletzten Fußgängern um 50% gesenkt werden.

Gibt es einen Durchführungs-Beschluss?

Der Chicago Fußgängerplan wurde im September 2012 veröffentlicht und ist maßgebend für die Maßnahmen, die (Verkehrs-)Politik und für Programme, die dazu dienen, Chicago zur fußgängersichersten Stadt in den USA zu machen. Der Plan ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen von CDOT, dem Beratungsgremium beim Oberbürgermeister für Fußgängerfragen, sowie von Chicagoer Bürgern aus allen Stadtteilen, die bei einer Reihe von öffentlichen Veranstaltungen zusammenkamen, um einen Handlungsplan zu entwickeln.(1)

Wie sehen die konkreten Handlungsanweisungen aus?

Im Rahmen des Fußgängerplans sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

1. Gestaltungsmittel für sicherere Straßen (Werkzeuge)
Vorgesehen sind z.B. markierte Überwege, Mittelinseln, Gehwegnasen und begrünte Verkehrsinsel an Kreuzungspunkten von Wohnstraßen für den Fußverkehr. Darüber hinaus an Ampeln akustische oder taktilen Einrichtungen für Sehbehinderte, Countdown Ampeln, eine Vorlaufzeit für Fußgänger sowie die Schaltung spezieller Fußgängerphasen vor den übrigen Phasen. Für den Kraftfahrzeugverkehr sind die Anzeige von Fahrgeschwindigkeiten, Kreisverkehre, Fahrstreifenverschwenkungen mit Verengungen und eine vertikale Verkehrsberuhigung, z.B. durch Schwellen, Aufpflasterungen etc. vorgesehen.(2)

2. Verbesserung der Verkehrssicherheit
Es geht darum, sicherere Straßen zu entwerfen und zu bauen, sichere Fahr-, Radfahr- und Gehverhalten zu fördern und durchzusetzen sowie die Straßen vor Kriminalität zu schützen. Die Methoden:

  • Entwicklung eines „Null in Zehn“[Jahren]-Programms zur Reduzierung der Fußgängerunfälle.
  • Einrichtung von Sicherheitszonen im Umfeld von Parks und Schulen als Aufenthaltsorte der Kinder.
  • Verbesserung der Fußgängersicherheit an signalisierten Knotenpunkten (z.B. durch Änderung der Signalzeitpläne für Autos und Fußgänger).
  • Durchführung eines die ganze Stadt umfassenden Fußgänger-Überweg-Markierungs-Programms, um eine stadtweite, einheitliche Markierung der Fußgängerüberwege zu erreichen.
  • Umverteilung der Verkehrsflächen für den Kraftfahrzeug-, Fußgänger- und Radverkehr zur Erzielung eines Gleichgewichts der drei Verkehrsarten.
  • Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Senioren, z.B. Querungsanlagen zur Verkürzung der Querungswege oder durch Einräumung von mehr Zeit.
  • Landesweite Motivierung der Taxifahrer, die sichersten Fahrerinnen und Fahrer zu sein.
  • Verkehrsberuhigung in Wohnstraßen: Umgestaltung mit dem Ziel die Geschwindigkeit auf 20km/h zu beschränken.
  • Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit in Hinsicht auf Unfallschwerpunkte um gefährliches Verhalten (Ablenkung beim Gehen, zu hohe Geschwindigkeiten) zu reduzieren
  • Verbesserung der Sammlung und der Weiterleitung von Unfalldaten z.B. an die Öffentlichkeit, Planer u.a.m.
  • Verstärkte Einbeziehung des Aspektes „Fußgängersicherheit“ im Hinblick auf Sanktionierungsmaßnahmen bei Verletzung der Verkehrsregeln.
  • Verstärkter Einsatz von Rotlichtkameras an Knotenpunkten, an denen zu viele Unfälle zwischen Kraftfahrzeugen und Fußgängern aufgrund des Rotlichtverstoßes von Kraftfahrern geschehen.
  • Zusammenarbeit mit den Justizbehörden zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger: Einrichtung eines „Pedestrian Judical Committee“.
  • Informationen von Rettungsdiensten über Verkehrsberuhigungsmaßnahmen.
  • Erweiterung der Verkehrserziehung für Autofahrer im Hinblick auf eine Sensibilisierung für Fußgängerbelange durch Erstellung und Verbreitung/Verteilung eines Mobilitäts-Erziehungs-Programms.
  • Verbesserung der Fassadenfronten leerstehender Gebäude mit Hilfe von „street art“ zur Schaffung eines fußgängerfreundlichen Umfeldes und Reduzierung der Straßenkriminalität.
  • Unterstützung des „Sicherer-Schulweg-Programms“ der Stadt Chicago durch Erstellung von Broschüren für die Schulbegleiter und ihre Einbeziehung in die Verkehrssicherheitsarbeit für Fußgänger.
  • Verbesserung der Informationen für Verkehrsopfer durch Erstellung einer Broschüre.
  • Zusammenarbeit mit dem „Alternatives Überwachungsstrategie-Programm Chicago“.
  • Analyse der Beziehung zwischen Fußgängersicherheit und Verbrechen.(3)

3. Fußwegnetzprogramm
Planung, Bau und Unterhaltung eines zusammenhängenden Fußwegnetzes. Die Methoden:

    • Gewährleistung der Fußgängererreichbarkeit während der Bauarbeiten,
    • bessere Schneeräumung im Winter,
    • Schaffung einer eindeutigen Route für den Fußgängerverkehr auf Gehwegen,
    • Gewährung von Mindestbreiten für Fußgänger auf Gehwegen in Geschäftsstraßen,
    • Verbesserung der Fußgänger-Infrastruktur an Haltestellen,
    • Verbesserung der Gehwegnetze auch im Hinblick auf Menschen mit Behinderungen,
    • Verbesserungen an Eisenbahnschranken zur Erleichterung des Querens,
    • Berücksichtigung von Fußgängerbelangen bei der Planung neuer Schulen in Wohngebieten,
    • Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für Fußgänger an Knotenpunkten mit ungewöhnlicher Geometrie,
    • Verbesserung von Unterführungen,
    • Verbesserung der Querungsmöglichkeiten an Zu- und Abgängen von Schnellstraßen,
    • Entwicklung von Standards für Fußgängeranlagen auf Parkplätzen,
    • Verbesserung der Methoden zur Datenerhebung und -verteilung zum Fußgängerverkehr,
    • Identifizierung und Beseitigung aller Hindernisse und Lücken im bestehenden Fußwegenetz,
    • Verbesserung der Wegekennzeichnung,
    • Identifizierung von Straßen, die sich als mögliche Fußgängerzone eignen und
    • verbesserte Prognosen zur Entwicklung des Fußgängerverkehrs.(4)

4. Programm zur Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität für Fußgänger auf öffentlichen Straßen und Plätzen
Ziel ist der Entwurf, Bau und Unterhaltung von lebenswerten Straßen. Die Methoden:

      • Entwicklung des Programms „Macht Platz für Leute“,
      • Aktualisierung der Richtlinien für die Stadtentwicklung unter Einbeziehung von Kriterien der Lebensqualität und Gesundheit,
      • Förderung eines Programms zur Entwicklung neuer Orte/Plätze für Fußgänger in Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Planern,
      • Programm für Fußgängerplätze,
      • Integration von Kunst in Fußgängerorten/-plätzen und
      • Pflegen und Instandhalten öffentlicher Gehwege und Plätze.(5)

5. Programm zur Verbesserung der Gesundheit der Menschen durch Förderung des Fußgängerverkehrs
Schwerpunkte sollen die Entwicklung und Unterstützung von Fußgängerprogrammen und -veranstaltungen sein sowie eines Programms zur Förderung der „Fußverkehrspolitik“. Die Methoden:

      • Förderung von Spielstraßen,
      • mehr „Offene-Straßen-Veranstaltungen“,
      • Förderung des „autofreien Tages“,
      • Unterstützung des Programms „Zu Fuß und mit dem Rad zur Schule“,
      • Durchführung einer Aktionswoche „Geh-zu-Fuß-zur-Arbeit“,
      • Ins-Leben-rufen einer Veranstaltung zum Thema „Fußgänger-Wettbewerb“ (z.B. Zählen der täglich unternommenen Schritte),
      • Einbeziehung der Abschätzung der Auswirkungen von Projekten auf die Gesundheit,
      • Entwicklung eines Gesundheits- und Entwurfs-/Planungs-Leitfadens,
      • Arbeitgeberzuschüsse für Gesundheitsprogramme und
      • Unterstützung für das Altern vor Ort.(6)

Ist eine Bürgerbeteiligung vorgesehen?

Die Chicagoer Bürger wurden in das Programm einbezogen und äußerten ihre Meinung in vielfacher Weise – es fanden statt / wurden organisiert:

      • 7 öffentliche Viertelveranstaltungen,
      • die Möglichkeit zur Meinungsäußerung auf der Webseite,
      • ein interaktives online-Treffen,
      • die Möglichkeit, per Brief Kommentare zu senden und
      • ein Abschluss-Workshop zum Fußgängerverkehr.

Wie werden die Vorhaben finanziert?

Es gibt in Chicago bisher noch keinen eigenen städtischen Etat für Fußgängeranlagen. Die Maßnahmen werden im Rahmen anderer Straßenbauarbeiten finanziert. Dagegen hat der Stadtrat einen eigenen Etat „Aldermanic menu money“. Eine Überlegung ist es, Teile der Finanzierung aus diesem Etat zu realisieren. In Diskussion und Vorbereitung sind mehrere Finanzierungschienen:

      1. Festsetzung eines Finanzierungs-/Förderungsziels für fußgängerbezogene Maßnahmen. Ferner sollte ein „Werkzeug“ zur Aquirierung von Fördermitteln für den Fußverkehr geschaffen werden.
      2. Schaffung einer verlässlichen und nachhaltigen Fördermittel-/Finanzierungsquelle zur Instandhaltung von Fußverkehrsanlagen.
      3. Identifikation und Finanzierung von Projekten der Fußverkehrsinfrastruktur auf jährlicher Basis. Verbesserungsmaßnahmen für die Fußgängersicherheit sollten aus dem Etat des Stadtrats („Aldermanic menu money“) vorgenommen werden.
      4. Ein Teil des Fonds für das „Oberflächenverkehrsprogramm“ soll für Fußgängerverkehrs-Infrastrukturprojekte verwendet werden.
      5. Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung mit Radargeräten sollen für die Finanzierung von Fußgängerverkehrsprojekten verwendet werden.
      6. Patenschaft mit Stiftungen und dem Privatsektor zur Finanzierung von zukünftigen „Bewusstseins- und Erziehungsprogrammen“.

Was ist bisher umgesetzt / erreicht worden?

Die Umsetzung dieser Ideen und Strategien ist eine gewaltige Herausforderung. Dazu werden zusätzliche Finanzierungsanstrengungen sowie Zusammenarbeit (mit Institutionen etc.) erforderlich sein, die es heute noch nicht in dem erforderlichen Maße gibt. In einem Kapitel des Fußgängerplans werden Details zur Identifizierung von „high priority areas“ sowie Empfehlungen zur Finanzierung gegeben. Die Evaluation des gesamten Vorhabens erfolgt über eine sogenannte „Berichtskarte“ („report card“), die folgende Gliederung ausweist:

      • Kommentare
      • Fußwegenetz (Verbindungen)
      • Lebensqualität
      • Gesundheit
      1. Eliminierung der tödlichen Fußgängerunfälle in 10 Jahren,
      2. Reduzierung schwerer Fußgängerunfälle um 50 Prozent alle 5 Jahre,
      3. Identifizierung und Eliminierung von Hindernissen und Lücken im Fußwegenetz,
      4. Verfolgung einer Verkehrspolitik mit Prioritätssetzung Fußgängerzugang,
      5. Quantitative und qualitative Steigerung der Flächen für den Fußverkehr,
      6. Steigerung der Aktivitäten in Fußgängerbereichen,
      7. Steigerung der Anzahl der Fußwege für Freizeitaktivitäten, den Weg zur Schule und zur Arbeit sowie für die täglichen Besorgungen sowie
      8. Steigerung des Modal-Split-Anteils des Fußverkehrs.(7)

Quellen und Anmerkungen:

  1. City of Chicago: „City Service“
  2. Erläuterungen zu den genannten Gestaltungsmittteln siehe: Department of Transport: Chicago Pedestrian Plan (2012), Seiten 16-35.
  3. Chicago Pedestrian Plan, Seiten 36-64.
  4. Chicago Pedestrian Plan, Seiten 64-85.
  5. Chicago Pedestrian Plan, Seiten 86-95.
  6. Chicago Pedestrian Plan, Seiten 96-107.
  7. Chicago Pedestrian Plan, Seite 102.

Die Beschreibung der Aktivitäten zur strategischen Förderung des Fußverkehrs in der Stadt Chicago und damit verbunden die Übersetzung des Dokumentes erfolgten in den Jahren 2016 und 2017.

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